naturklug #29 — 5 Gründe, nicht mit dem Rad zu fahren.

Einkauf mit dem Rad

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Mit dieser Sendung nehme ich an der Blog­pa­rade “Urbane Mobil­ität” vom ÖkoEnergie-Blog teil — ich freue mich, wenn ihr mir die Dau­men drückt!

Transkript der Sendung:

Ich bin in Wien ständig mit dem Rad unter­wegs, es ist mein Hauptverkehrsmit­tel. Trotzdem lief­ere ich euch gle­ich 5 Gründe, nicht mit dem Rad zu fahren. Oder — besser gesagt — ich lief­ere euch die Antworten auf die Gründe, die ich am öftesten höre, wenn es darum geht, warum man “ja eigentlich eh auch Rad fahren möchte, aber lei­der nicht kann”

Es kann nicht schaden, wenn ihr das Ganze mit einem Augen­zwinkern betra­chtet…

Und dann habe ich noch ein Inter­view mit Lena Dop­pel gemacht. Sie lebt autolos und hat mich im Wald­viertel besucht. Aber dazu später mehr…

Das Wet­ter ist schön, der Kör­per kön­nte ein paar Train­ing­sein­heiten gebrauchen – was liegt da näher, als den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkauf mit dem Fahrrad zurück­zule­gen? Wenn man diesen Vorschlag öfters macht oder – wie ich — in einem Blog einer größeren Leser­schaft näher brin­gen will, hört man immer die gle­ichen Argu­mente, warum das im jew­eili­gen Fall nicht geht.

Argument 1 – “das dauert mir zu lange, ich habe in der Früh keine Zeit”

Das kann – je nach Sit­u­a­tion – der Wahrheit entsprechen und richtig sein oder auch eine kom­plette Fehlein­schätzung der Wegzeiten. Wenn jemand 30 km mit dem Zug fahren muss und noch eine knappe Stunde mit den Öffis quer durch die Stadt dann ist das Fahrrad wahrschein­lich keine Alter­na­tive. Oder vielle­icht nur für die Strecke zur Bahn. Ich kenne aber auch einen Sportler, der für sein Triathlon-Training genau so eine Strecke mit dem Rad zurück­legt. Täglich zwei Mal. Er spart sich so die Zeit fürs Train­ing…

Lustiger­weise hört man dieses Argu­ment aber viel öfter inner­städtisch. Über­durch­schnit­tlich oft von Leuten, die viel Wert darauf legen, min­destens 3x wöchentlich ins Fit­ness­cen­ter zu gehen um dort am Zim­mer­fahrrad (das nennt man mit­tler­weile sicher anders) das Car­dio­train­ing run­terzus­pülen. Der tägliche Weg zur Arbeit kön­nte – mit dem Rad zurück­gelegt – dur­chaus das Fit­ness­cen­ter erset­zen. Bei einer durch­schnit­tlichen Arbeitswegzeit von 20 Minuten würde man so 40 Minuten TÄGLICH trainieren. Oder über 3 Stun­den pro Arbeitswoche. Wenn man es als tägliches Train­ing sieht ist es auch irrel­e­vant, ob der Weg mit dem Rad möglicher­weise um 5 Minuten länger dauert oder nicht. Meis­tens ist man mit dem Rad aber ohne­hin schneller als mit Öffis oder gar dem Auto, zumin­dest wenn man Park­platz­suche mit dem Auto oder die Wartezeit auf Bus und Bahn dazurech­net…

Argument 2 – “Rad fahren ist mir in der Stadt zu gefährlich!”

Die Rück­sicht­slosigkeit einzel­ner Aut­o­fahrer habe ich in Wien selbst schon einige Male erlebt. Ich ver­suche mit dem Rad noch defen­siver zu fahren als ich es mit dem Auto mache. Das heißt unter anderem, dass ich auch dann sehr genau schaue, wenn ich eigentlich Vor­rang hätte. Außerdem fahre ich soweit es geht auf Rad­we­gen, auch wenn das einen kleinen Umweg für mich bedeutet. Das ist natür­lich auch keine Patentlö­sung nach dem Motto “sol­len die Radler halt besser auf­passen” aber ich fühle mich dadurch etwas sicherer. Dazu kommt noch die Masse: je mehr Rad­fahrer unter­wegs sind desto mehr muss die Stadt­pla­nung darauf Rück­sicht nehmen. Ich hoffe sehr, dass es in Wien irgend­wann ein­mal nor­maler sein wird mit dem Rad zu fahren als die Innen­stadt mit dem Auto zu ver­stopfen.

Argument 3  – “ein Rad ist teuer und wird doch nur gestohlen”

Ein Rad ist teuer in der Anschaf­fung. Möglicher­weise. Denn wie bei allen Din­gen sind nach oben hin kaum preis­liche Gren­zen gesetzt, meis­tens kommt man aber auch mit bud­get­fre­undlichen Lösun­gen ganz schön weit. Ich bin in Wien zum Beispiel lange Zeit aus Prinzip kein neues Rad gefahren, denn das war mir viel zu teuer und auch zu gefährlich, ich will nicht zu Fuß heim gehen müssen.

Meine Räder (mit Aus­nahme meines aktuel­len) kamen immer vom Flohmarkt. Vom Fahrrad­flohmarkt im WUK, um konkret zu sein. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet ein Fahrrad­flohmarkt statt, von pri­vat an pri­vat. Um 60,- habe ich vor zwei Jahren ein abso­lut tadel­loses, mehr als 30 Jahre altes Fahrrad erstanden, das per­fekt in Schuss war und mich noch immer zuver­läs­sig durch Wien trägt. Mein let­ztes Fahrrad hatte ich eben­falls von einem Flohmarkt. Es hatte mich 25,- Euro gekostet und dazu dann noch eine Dose Lack und zwei Nach­mit­tage meiner Zeit. Mit diesem Rad bin ich 4 Jahre lang gefahren, nahezu täglich. Der Vorteil von alten Rädern: der Wiederverkauf­swert ist so ger­ing, dass sich ein Dieb­stahl kaum lohnt. Vernün­ftig gesichert gehören sie trotzdem. Weit­ere Tipps dazu hat Argus (den Verein lege ich allen Radlern in Wien ohne­hin ans Herzen) – dort findet man zum Beispiel auch die passenden Tipps zum Thema “welches Schloss ist sicher?”

Mein derzeit­iges Haup­trad (ja, ich leiste mir den Luxus zweier Räder) ist allerd­ings ein neues. Mit 200,- war es bil­liger als so manches Autoser­vice und ich rechne fest damit, dass ich oder eines meiner Kinder noch viele Jahre damit fahren werde. Ich muss geste­hen, dass ich zwar mein ural­tes Puch-Klapprad sehr schätze, aber die kleinen Reifen und die fehlende Gangschal­tung stren­gen doch etwas an, wenn man län­gere Strecken fährt. Daher hat mich mein Mann im Früh­jahr mit einem knall­gel­ben 6-Gang-Rad über­rascht. Der Nachteil: ich habe Angst, es draussen abzustel­len und schleppe es täglich in den ersten Stock, damit es bei uns im Vorz­im­mer ste­hen kann.

Argument 4 — “wenn ich mit dem Rad ins Büro fahre komme ich komplett verschwitzt an”

Genau aus diesem Grund boomen die Elektro-Räder. Wenn alle Stei­gun­gen motorun­ter­stützt bewältigt wer­den und ihr nur mehr locker in der Ebe­nen mitradeln müsst dann würde es mich doch sehr wun­dern, wenn ihr so richtig ins Schwitzen kommt. Und falls das so ist dann nehmt das als Hin­weis eures Kör­pers, dass er etwas mehr bewegt wer­den möchte. Ich radle — lei­der ohne E-Bike — durch Wien, trans­portiere Einkäufe und komme trotzdem kom­plett unver­schwitzt an, weil mich Rad fahren nicht mehr anstrengt als Spazieren zu gehen. Ich kann natür­lich so richtig losstram­peln, sodass mir nach 10 Minuten die Luft aus­geht, aber das ist dann etwas kom­plett anderes, als das ruhige Dahin­gleiten, mit dem ich mich nor­maler­weise fort­be­wege.

Argument 5 – “und wie soll ich so Einkäufe transportieren?”

Dieses Argu­ment gegen die alltägliche Rad­tour über­rascht mich immer wieder. Ich bin abso­lut keine Auto­geg­nerin. Im Gegen­teil, ich habe selbst eines, wen­ngle­ich ein kleines, sparsames. Bei drei Kindern und zwei Wohn­sitzen mit schlechter (um nicht zu sagen: nicht vorhan­dener) öffentlicher Verbindung schaffe ich es gar nicht anders. Aber schein­bar unter­schei­den sich meine Einkauf­s­ge­wohn­heiten deut­lich von den Gewohn­heiten derer, die mit diesem Argu­ment kom­men. Bei uns – wie gesagt, 3 Kinder, 2 Erwach­sene – ist es näm­lich so, dass wir Großeinkäufe machen. Da kommt dann unser Auto zum Ein­satz. Alle gut halt­baren Dinge wer­den so alle 3, 4 Wochen in einem Schwung besorgt. Damit fal­len viele schw­ere Dinge schon ein­mal weg, Getränke und kilo­weise Grund­nahrungsmit­tel zum Beispiel. Was überbleibt und von mir – radelnd – unter der Woche nachgekauft wird sind schneller verderbliche Dinge wie Milch, Obst, frisches Gemüse, Käse.

Das Bild zeigt mein Rad nach einem Mark­tbe­such. Ich liebe die Wiener Märkte! Was das Bild nicht zeigt ist der Ruck­sack, den ich auch noch mit hatte. Mein Rad hat nicht nur hin­ten einen Korb für die schw­eren Dinge, son­dern auch vorne einen für leichtere Sachen. Zum Markt radeln (oder am Heimweg von der Arbeit einen Zwis­chen­stopp dort ein­le­gen) ist immer ein kleiner Aus­flug für mich, auch wenn die Zeit noch so knapp ist. Oft reicht eine kurze Unter­hal­tung mit einem Stan­dler und eine kleine Kost­probe, damit ich das Erleb­nis “Einkauf” genießen kann. Kein Ver­gle­ich mit “völ­lig ent­nervt vom Stau beim Heimweg auch noch einkaufen müssen”…

Mir ist abso­lut bewusst, dass ich das nicht so ein­fach machen kön­nte, wenn ich zig Kilo­me­ter von der näch­sten Einkauf­s­möglichkeit ent­fernt wohnen würde. Aber ger­ade in der Stadt – wo das Auto fahren ja wirk­lich keinen Spaß macht – lässt es sich für viele Men­schen wirk­lich leicht bew­erk­stel­li­gen, wenn ein­mal die größten Bedenken beseit­igt sind. Deshalb abschließend mein Rat: ein­fach ein­mal pro­bieren. Vielle­icht wird ja – wie bei mir – ein umweltscho­nen­des Hobby daraus.

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Comments

  1. Roman Korecky says:

    Net­ter Beitrag. Zwei Anmerkun­gen:

    Gefährlichkeit: Am gefährlich­sten sind die anderen Radler, lei­der. Vor allem die weniger rou­tinierten, die einem dann am Einrichtungs-Radstreifen ent­ge­genkom­men, weil sie ja “eh nur ganz langsam fahren”.

    Dieb­stahl: Ich habe seit 2 Jahre in teures E-Bike. Hat das zehn­fache von dem gekostet, was dein neues Rad gekostet hat. Das lasse ich meist draußen auf der Straße ste­hen. Nur das Rück­licht ist “Ver­brauchs­ma­te­rial”. Anson­sten keine Prob­leme. Dazu ein paar Tipps:

    1. Gut sicht­bar an stark fre­quen­tierten Stel­len auf­stel­len, aber nicht dort, wo zu viele andere Räder ste­hen. Also am besten am Rad­stän­der für max­i­mal 10 Räder, wo viele Fußgänger vor­beikom­men.

    2. Codieren lassen. Der Kurier codiert Räder die ganze Saison über immer wieder auf öffentliche Ver­anstal­tun­gen zusam­men mit der Polizei. Der Aufk­le­ber dient als Abschreck­ung. Habe erst von einem codierten Rad gehört, das gestohlen wurde.

    3. Schloss: Die meis­ten Schlösser, die im Sport­fach­han­del verkauft wer­den, sind Schrott. Gute Schlösser gibt es von Abus, aber da auch erst ab Schutzk­lasse 15 aufwärts. Das ver­lan­gen auch Ver­sicherun­gen. Ja, solche Schlösser kosten 60 Euro aufwärts. Dafür bleibt das Rad auch dort, wo es abgestellt wurde.

    4. Eigentliche eine Selb­stver­ständlichkeit: Das Rad gehört an einem fes­ten Gegen­stand am Rah­men befes­tigt. Daher sind die vor vie­len Geschäften aufgestell­ten Rad­stän­der Marke “Fel­gen­mörder” grund­sät­zlich zu ignori­eren. Dann doch lieber am näch­sten Verkehrss­child ange­hängt.

    5. Der Argus und der VCÖ bieten Rad­ver­sicherun­gen an. So hält sich zumin­dest der finanzielle Schaden bei Dieb­stahl in Gren­zen.

    Schwitzen: Ob man beim Rad­fahren schwitzt oder nicht, hängt nicht nur von der Fit­ness, son­dern auch von anderen kör­per­lichen Gegeben­heiten ab. Ich schwitze auch am E-Bike. Ich schwitze aber auch in der U-Bahn. Und ich schwitze auch bei Aut­o­fahren, wenn ich nicht ger­ade die Kli­maan­lage im Verküh­lungsmodus laufen lasse. Aber hey, Schwitzen ist natür­lich. Und Schwitzen bedeutet ja nicht gle­ich auch Stinken. Das Deo ist ja schließlich schon vor vie­len, vie­len Jahrzehn­ten erfun­den wor­den.

    • Lieber Roman

      ich fahre täglich einein­halb Stun­den mit dem Rad durch Wien, aber (lebens-) gefährliche Sit­u­a­tio­nen hatte ich bisher nur mit Autos und Bussen und auch da zum Glück äußerst sel­ten. Andere RadlerIn­nen mögen ja manch­mal ein wenig lästig sein in der chao­tis­chen Art ihrer Fort­be­we­gung, aber das gehört zum Rad­fahren wie auch zum zu Fuß gehen.
      Evtl. liegt deine Ärger ja auch am E-Bike. Ich finde E-Bikes sind Mopeds und gehören auf die Straßen und nicht auf die Rad­wege, dafür sind sie ein­fach zu schnell.

      gute Fahrt

      Kai

  2. Hallo Susanne,

    super Beitrag. Freut mich, daß auch andere Leute ihr Leben mit dem Fahrrad meis­tern. Wie Du vielle­icht noch weißt, war eins meiner Jahresziele regelmäßig mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zu fahren. Dies mache ich auch seit Feb­ruar, daß ich zur S-Bahn mit dem Rad fahre, dieses dann mit­nehme und manch­mal dann sogar noch von der S-Bahn in die Firma fahre. Für beide Fahrrad­strecken gibt es öffentliche Verkehrsmit­tel, die jedoch — inklu­sive Wartezeiten und Wegzeiten zur Sta­tion — etwa genau so schnell sind.

    Auf diese Art und Weise habe ich dieses Jahr über 1500 Kilo­me­ter zusam­men bekom­men. Man sollte mal aus­rech­nen, wieviel Kilo­gramm CO2 ein Ver­bren­ner auf Kurzstrecke verur­sacht hätte. Dieses Jahr bin ich ein­mal für ca. 12 Euro mit meinem Klap­prad Taxi gefahren, da es stark gereg­net hat. Der Kraft­stoff für einen Ver­bren­ner hätte ein Vielfaches gekostet.

    Was mir auf­fällt ist, daß immer mehr Per­so­nen ihr Fahrrad in der S-Bahn mit­nehmen. Ob dies erlaubt ist, ist in Deutsch­land regional sehr unter­schiedlich. Im VRR kostet es ger­ade mal 4 Euro im Monat mehr. Ein­fach selbst machen, drüber reden und vielle­icht machen andere ja mit.

    Marc

    • Das ist ein guter Hin­weis, Marc. In Wien ist es auch erlaubt, allerd­ings nur außer­halb der Hauptzeit, lei­der.

      • richtig, Fahrrad­mit­nehmen ist in den S-Bahnen erlaubt, ist aber nicht gratis! Kostet entweder IMHO EUR 6,– für eine Tageskarte oder man ver­wen­det die ÖBB Fahrradgutscheine, die man bei einer Vorteil­skarte mit­bekommt.

      • Das Mit­nehmen von Fahrrädern ist auch in U-Bahnen erlaubt, kostet pro Fahrstrecke € 0,9 bzw. ist für Jahreskartenbe­sitzer gratis. (hier nachzule­sen bei den Wiener Lin­ien)

  3. Liebe Susanne,

    alles nette Argu­mente, aber so wie in der Poli­tik gilt auch in der Kom­mu­nika­tion mit der “Öffentlichkeit” (=Blog): man muss nicht Recht haben oder die besseren Argu­mente haben. Das überzeugt die wenig­sten, näm­lich die, die ihr eige­nes Ver­hal­ten hin­ter­fra­gen (kön­nen). Anson­sten müsste eigentlich jede/r, der schon ein­mal in den Nieder­lan­den oder in Kopen­hagen war, sich sofort nach dem Urlaub auf das Rad schwin­gen, tut aber nie­mand!

    Wirk­sam hinge­gen ist die Vor­bild­funk­tion — also selbst mit dem Rad fahren — und natür­lich gesellschaftlichen Druck auf die Poli­tik auf­bauen zur Schaf­fung von besserer Fahrrad­in­fra­struk­tur und Bestra­fung (höhere Steuern, kein Aus­bau der hochrangi­gen Straßen­in­fra­struk­tur mehr) von inner­städtis­chem Autoverkehr. Das trauen sich in Wien oder Öster­re­ich lei­der nur die Grü­nen, ein bißchen zumin­dest.

    Zumin­dest wurde diesen Som­mer der Rad­verkehr stark the­ma­tisiert und regte auf — ein klares Zeichen dafür, dass die Rad­fahrerIn­nen den Aut­o­fahrerIn­nen auf­fal­len und aufre­gen. Und ein erster Schritt zu mehr Ver­ständ­nis auf bei­den Seiten, und damit mehr Platz auf der Straße für Rad­fahrerIn­nen.

    Ich denke also, die Energie und Zeit, über Pro-Argumente zu schreiben kann besser einge­setzt wer­den. Die Rad­fahrerIn­nen wis­sen es eh schon, ein Großteil der Aut­o­fahrerIn­nen wer­den es lesen und ins Auto steigen, weil sie es immer schon so getan haben. Erst wenn das Aut­o­fahren richtig teuer ist, man noch länger im Stau steht und vor der Haustüre ein sicherer Rad­weg beginnt, dann wird sich auch die große Masse — genauso wie in den Nieder­lan­den oder Kopen­hagen — vom Auto in der Stadt ver­ab­schieden.

    • Lieber Tim — was soll ich Deiner Mei­n­ung nach machen? Meinen Blog ein­stel­len, mit dem Pod­cas­ten aufhören (weil es ja — wie Du meinst — eh keinen Sinn hat) und nur mehr selbst so leben, wie ich es in meinen Sendun­gen empfehle?

      Ich denke also, die Energie und Zeit, über Pro-Argumente zu schreiben kann besser einge­setzt wer­den.

      Ich setze meine Energie ganz unter­schiedlich ein: ich fahre in Wien fast auss­chließlich mit dem Rad (wie ich im Pod­cast erwähnt habe), ich baue einen Teil unserer Nahrung selbst an, koche und backe meine Speisen von Grund auf selbst, ich zeige meinen drei Kindern wie man umwelt­be­wusst lebt. Und ich schreibe und pod­caste, was ich so mache und warum ich etwas umwelt­be­wusster finde als anderes und erre­iche so um die 1000 Leute pro Sendung. Ich halte meine Energie für gut einge­setzt.
      Aber vielle­icht habe ich Dich auch falsch ver­standen und Du woll­test mir etwas ganz anderes mit­teilen 😉

  4. Ja, irgendwer muss ja anfan­gen mit dem Rad fahren, sonst wird das nie was. Aber ich? Leute! Ich weiß, dass ich eines Tages ster­ben muss, aber ich möchte nicht, dass es ein schmerzhafter, qualvoller Tod ist 🙂 Ich geh lieber zu Fuß. Ums Rad fahren ist mir sehr sehr Leid. Ich bin früher (also vor mehr als 25 Jahren) sehr viel mit dem Rad gefahren, über Stock, Berg, Hügel und Stein. Durch’s Salzkam­mergut. 160km an einem Tag mit Dreigan­grad. Ein Erfind­er­fre­und hatte damals die Idee man kön­nte doch einen Elek­tro­mo­tor an ein Rad … ich, damals: ach was, das brauch ich nicht. Die Strecken meiner Kind­heit möcht ich jetzt nicht mehr fahren, weil gefühlte 10x mehr Autos dort unter­wegs, sicher dop­pelt so schnell wie damals. Wir sind hier nicht in Hol­land. Oder Schwe­den. Oder Däne­mark. Oder. Ach egal. Sonstwo, wo Rück­sicht genom­men wird. Das gibts nicht in Öster­re­ich.

    Aber ich schließe mich Susan­nes Wun­sch an: bitte fahrt alle Rad. Damit mehr Räder auf der Straße unter­wegs sind, und weniger Autos, und die Autos rück­sichtsvoller fahren (müssen). Dann trau ich mich auch wieder. Bis dahin geh ich lieber zu Fuß (sorry).

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  6. […] Zufäl­lig ent­deckte ich erst jetzt einen Beitrag den Susanne Mandl für die Blog­pa­rade “Urbane Mobil­ität ” bere­its 2011 erstellte. Der Titel lautet pro­vokant “5 Gründe nicht Rad zu fahren“. […]